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Ich habe die Baudienstleistung für einen Mehrwertsteuerzahler erbracht. Die Bezahlung für diese Leistung habe ich im August 2022 erhalten. Die Mehrwertsteuer in JPK_V7M-Datei habe ich auch im August 2022 gemeldet. Aber ich habe die Rechnung für diese Dienstleistung im Juli 2022 erstellt und damals sollte ich auch die Leistung in JPK_V7M melden. Wenn ich jetzt den Fehler berichtigte, erhalte ich dann vom Finanzamt eine zusätzliche Strafe

Falls ein Mehrwertsteuerzahler die Bau- oder Montageleistungen für einen anderen Mehrwertsteuerzahler erbringt, entsteht die Steuerpflicht zum Zeitpunkt, wenn die Rechnung erstellt wird (natürlich wenn die Rechnung rechtzeitig erstellt wird, d.h. nicht später als 30 Tage nach dem Tag, als die Dienstleistung erbracht wurde). Wenn der Steuerpflichtige die Rechnung nicht erstellt, oder sie mit Verspätung erstellt, entsteht die Steuerpflicht am 30. Tag nach dem Tag, als die Dienstleistung erbracht wurde.

Wenn der Zeitpunkt der Steuerpflicht falsch erkannt wird, verursacht das, dass dieser Steuerpflichtige die Mehrwertsteuer in falschen Abrechnungsperioden meldet. Infolgedessen entsteht in einer Abrechnungsperiode eine Steuerunterzahlung und in einer anderen Abrechnungsperiode eine Steuerüberzahlung.

Mit der beschriebenen Situation haben wir in dieser Angelegenheit zu tun. Der Steuerzahler sollte die Steuerpflicht im Juli melden (also damals, als er die Rechnung erstellt hat). Die Mehrwertsteuer meldete er aber in JPK_V7M im August. Das bedeutet, dass der Steuerzahler im Juli eine Steuerunterzahlung und im August eine Steuerüberzahlung in derselben Höhe hat.

In dieser Situation ist der Steuerpflichtige verpflichtet, eine Korrektur für Juli zu melden, d.h. er sollte eine Korrektur in JPK_V7M für diesen Monat melden und Strafzinsen für die Steuerunterzahlung zahlen. Weiterhin ist der Steuerpflichtige berechtigt, die Korrektur in JPK_V7M  für August zu melden –  in diesem Monat entsteht eine Überzahlung der Mehrwertsteuer.

Obwohl wir in dieser Angelegenheit mit einer fehlerhaften Abrechnung der Mehrwertsteuer zu tun haben, muss der Steuerpflichtige sich nicht immer von einer zusätzlichen Strafe fürchten. Diese entsteht nämlich nicht, wenn die Mehrwertsteuer vorzeitig oder verspätet in anderen Abrechnungsperioden gemeldet wird und das entsteht, bevor eine Finanz- oder Zoll-Finanzprüfung beginnt. Erst das Feststellen der oben beschriebenen Fehler nach dem Beginn der Finanzprüfung verursacht eine 30% zusätzliche Strafe.

Zusammenfassung

Der Steuerpflichtige ist verpflichtet, die Mehrwertsteuerabrechnung in der richtigen Periode zu machen. Die fehlerhafte Abrechnung der Mehrwertsteuerpflicht verursacht keine zusätzliche Strafe, da der Steuerzahler die Korrektur vor dem Beginn der Finanz- oder Zoll-Finanzprüfung machen wird.

Quelle: Handbuch der Mehrwertsteuer Nummer 20 (572) vom 20. Oktober 2022, Seite 64

https://sgk.gofin.pl/11,6457,287376,swiadczenie-uslug-budowlanych-a-moment-powstania-obowiazku.html